Gruppenaufstellung

Aufstellungs-Figuren 3

In einer Gruppenaufstellung sitzen alle Teilnehmer auf Stühlen im Kreis.

Der ratsuchende Mensch stellt, nach Klärung des Anliegens, Teilnehmer stellvertretend für ausgesuchte Personen aus dem Herkunfts – oder Gegenwartsfamiliensystem oder auch aus einem beruflichen Zusammenhang dem eigenen inneren Bild und Gefühl entsprechend im Raum auf. Aufstellen heißt von den anderen Teilnehmern weist er einigen im Raum eine Stelle zu, stellvertretend für die Personen oder Anlässe, die bei diesem Problem eine Rolle spielen könnten. Dabei folgt er ganz seinem inneren Bild und Gefühl.. Meist wählt er auch einen Stellvertreter für sich.

Dieses „aufstellen“ ermöglicht einen ersten Eindruck von der „Ist- Situation“. Diese einmal von außen mit Abstand betrachten zu können, ermöglicht oft schon einen ersten Schritt.

Im nun folgenden Prozeß fühlen sich die Stellvertreter in ihre Positionen ein und folgen schweigend den bei ihnen aufkommenden Bewegungen.

Damit enthüllt sich vor den Augen der Teilnehmern die verborgene Wahrheit hinter der Problematik, die der Ratsuchende in seinem Anliegen beschrieben hat. Nun gilt es, unterbrochene Verbindungen wiederherzustellen, Ausgeschlossenen ihren Platz wiederzugeben, Gefühlen die Möglichkeit zu geben, sich zu entladen und die dynamische Ordnung wiederherzustellen. Der Aufsteller greift nur dort ein, wo es nötig ist, gibt den entscheidenden Impuls, wo die Bewegung stockt, und zieht sich zurück, wenn die Bewegung weitergeht. Der Ratsuchende kann im Laufe des Prozesses mit in die Aufstellung hineingehen, so dass er selbst die Gefühlsqualitäten wahrnehmen und die ihm eigenen Gefühle und innere Anteile integrieren kann. Am Ende bleibt ein Lösungsbild und ein Gefühl friedlicher Stille im Raum.

Viele Menschen schätzen die Erfahrung eines Aufstellungsseminars. Die Gemeinschaft der Gruppe trägt das Geschehen, Wahrheiten dürfen sich ungeschminkt zeigen, viele Teilnehmer erkennen sich selbst und die eigene Situation häufig – zumindest in Teilaspekten – in anderen Aufstellungen wieder und profitieren so ebenfalls von deren Lösungen. Oft gibt es eine große Verwunderung darüber, dass man sich oder seine Verwandten in den Stellvertretern der eigenen Aufstellung wiedererkennt, weil sie dieselbe Körpersprache annehmen oder sonst ungewohnte Ausdrücke benutzen, die für die stellvertretende Person aber typisch sind.

Die heimliche Dynamik dieses aufgestellten Problems, die ans Licht kommt, ist für den Klienten oft unerwartet.

Aufstellungsseminare sind ein sehr berührendes Ereignis und die Teilnehmer gehen oft bereichert nach Hause. Sie enthalten immer wieder aufs Neue eine Lektion darin, nicht vorschnell Werturteile über sich selbst und ihre Mitmenschen zu fällen, da hinter vordergründigen Geschehnissen meist eine tiefere Wahrheit liegt.

Das lehrt uns Demut und bringt so jeden von uns ein Stückchen unserer eigenen Menschlichkeit näher.


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