Liebe Sternenkindereltern!

Manchmal erleben wir etwas, das uns auf allen Ebenen unseres Seins erschüttert. Ein Kind zu verlieren, ist ein solches Ereignis.

Egal wann uns ein Kind verlässt, mit dem wir einen tief verbundenen gemeinsamen Weg begonnen haben, es ist immer zu früh. Und egal wie das Kind stirbt, es bleibt oft ein Gefühl von Schuld und die große Frage WARUM?

Es entsteht eine große Leere und daneben ist ein genauso großes Gefühl des Schmerzes. Unfassbar stehen wir vor dieser Wucht des Schicksals und sind gefangen in der Spannung zwischen einer großen Trauer und dem alltäglichen Leben, das ungehindert weiter geht.

In uns ist etwas zerbrochen, dadurch etwas anders geworden und im Außen bleibt scheinbar alles gleich. Das ist Fluch und Segen zugleich. Der Alltag mit seinen Anforderungen und die Strukturen, in denen wir uns befinden, geben uns auf ihre Weise einen Halt. Auf der anderen Seite nehmen sie uns den Raum, uns unserem Schmerz zuzuwenden und langsam wieder zu heilen.

Auf der körperlichen Ebene sind Sie zudem noch in einer Ausnahmesituation:

Sie waren schwanger,
das Kind ist gestorben,
es kommt zu einer Geburt,
der Körper ist auf die Ernährung des Kindes mit Muttermilch eingestellt.
Und was bleibt ist NICHTS und ein riesiger Cocktail an Hormonen und Stoffen, die alle eine eigene Aufgabe haben.

Und so stark diese Stoffe und Hormone sind, dass sie eine Schwangerschaft halten, das Kind wachsen lassen, eine Geburt einleiten und ein Kind komplett ernähren können, so stark sind auch die „Nebenwirkungen“, wenn diese ungenutzt im Körper verbleiben und nach und nach abgebaut werden müssen.

Neben diesem Ganzen begegnen wir einem Phänomen, das sich meist erst nach einer gewissen Zeit zeigt. Wir merken, dass sich die Verbindungen zu Menschen in unserem Umfeld verändern.

In der Partnerschaft spüren wir, wie unterschiedlich wir mit dem Erlebten umgehen. Männer und Frauen trauern unterschiedlich. Wenn uns das nicht bewußt ist, werden wir empfindsam gegenüber den Äußerungen unseres Partners, fühlen uns nicht gesehen und jeder fühlt sich allein. Es ist schwierig, sich auszutauschen, wenn die Empfindungen so unterschiedlich sind. Dabei brauchen wir den Austausch und den Halt in dieser Zeit so ganz besonders.

Aber nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch im näheren und auch weiteren Umfeld ist jetzt oft etwas anders. Manchen Menschen fällt es schwer, mit der Situation eines verlorenen Kindes umzugehen. Vielleicht haben sie so etwas selber erlebt und scheuen den Kontakt mit dem eigenen Schmerz.
Vielleicht haben sie sich noch nicht mit dem Thema Tod und Sterben auseinander gesetzt und fühlen eine unbestimmte Angst.

Meistens ist das alles nicht bewusst und wird auch nicht ausgesprochen. Und dennoch merken wir, dass der Kontakt nicht mehr frei und angenehm ist.

“Die Zeit heilt alle Wunden.”
Ja, so mag es wohl sein.

Wesentlich erscheint mir, dass die Wunden auch wirklich heilen. Dafür brauchen wir Zeit, Verständnis, Liebe und manchmal auch Begleitung.

Wenn Sie jemanden brauchen, der Sie auf diesem besonderen Weg begleitet, stehe ich Ihnen gerne mit meinen Erfahrungen zu diesem Thema und mit der Aufstellungsarbeit und EMDR-Therapie zur Seite.

Ihre Marei Wagenschein